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CORONA - COVID19
Empfehlung der EADV Arbeitsgruppe Blasenbildende Autoimmunerkrankungen
während der COVID-19 Pandemie

09. April 2020
Wir möchten Patienten mit Blasenbildenden Autoimmunerkrankungen und ihre
Familien während der schwierigen Phase der COVID-19 Pandemie unterstützen und
haben folgende Empfehlungen zusammengestellt:
Folgen Sie gewissenhaft den allgemeinen Empfehlungen, welche regelmäßig von der
Bundes- und der jeweiligen Landesregierung aktualisiert werden.
Die folgenden Allgemeinen Empfehlungen wurden von der European League Against
Rheumatism (EULAR) angepasst, der größten europäischen Gesellschaft für Patienten mit
Autoimmun- und Entzündungserkrankungen. Regelmäßige Updates können hier gefunden
werden: https://www.eular.org/eular_guidance_for_patients_covid19_outbreak.cfm

Einfache Maßnahmen können dazu beitragen, Ihre Gesundheit und die Ihrer Familie und
Freunde zu schützen:

- Reinigen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich mit einer alkohlbasierten
Händedesinfektion oder waschen Sie sich die Hände mit Wasser und Seife für
mindestens 20 Sekunden.

- Vermeiden Sie Berührungen im Gesicht.

- Husten oder nießen Sie in die Ellenbeuge oder in ein Papiertaschentuch. Letzteres
sollte sicher entsorgt werden.

- Benutzen Sie Einwegtaschentücher.

-Tragen Sie eine Maske wenn
- Sie Immunsuppressiva einnehmen (siehe unten) und Sie sich außerhalb Ihrer
Wohnung/Ihres Hauses befinden
- Sie erkältet sind (Husten/Schnupfen)
- dies von nationalen oder lokalen Behörden empfohlen ist.

Die Maske kann eine Übertragung des Virus nicht komplett verhindern, aber sie
reduziert die Virusübertragung und erinnert daran, sich selbst nicht ins Gesicht zu
fassen.
Details zum Aufsetzen bzw. Anlegen der Masken finden Sie auf der WHO website:
https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/advice-for-public/when-and-how-to-use-maskspublic/when-and-how-to-use-masks

- Achten Sie bewusst auf das Einhalten des social distancing.

- Verzichten Sie auf Händeschütteln und Umarmungen z.B. bei Begrüßungen bzw.
Verabschiedungen.

- Vermeiden Sie wenn möglich die öffentlichen Verkehrsmittel.

- Vermeiden Sie das Empfangen von Besuchen von Personen (Familie/Freunde) mit
Atemwegsbeschwerden

- Kontaktieren Sie Ihren Arzt, sobald bei Ihnen Symptome einer Atemwegsinfektion
auftreten (Fieber, Husten, Schnupfen).

- Zum Kontaktieren Ihres Arztes benutzen Sie, wenn möglich, Telefon und moderne
Medien, außer wenn eine Behandlung vor Ort notwendig ist.

- Begeben Sie sich nicht unnötig auf Reisen. Meiden Sie Reisen in bestimmte Länder
und Regionen – bitte beachten Sie hierbei die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden.

- Bei Einnahme von Immunsuppressiva (siehe unten) sollte der Kontakt zu anderen
weitest gehend reduziert werden (außer zu Mitbewohnern und engen
Familienmitgliedern).

Es wurde (bisher) nicht beschrieben, dass Patienten mit einer blasenbildenden
Autoimmunerkrankung ein höheres Risiko haben, sich mit SARS-CoV-2 (das Virus, welches
COVID-19 verursacht) zu infizieren, verglichen mit gesunden Personen. Dennoch ist dies
allein durch Ihre bullöse Autoimmunerkrankung möglich, auch wenn Sie derzeit keine
immunsupprimierenden Medikamente einnehmen.

Patienten mit folgenden Risikofaktoren entwickeln bei einer SARS-CoV-2 Infektion
wahrscheinlich einen schwereren COVID-19 Verlauf, insbesondere bezüglich einer
Lungenbeteiligung:

- Kardiovaskuläre Erkrankungen inklusive Bluthochdruck
- Diabetes
- Niereninsuffizienz
- Lungen- und Atemwegserkrankungen
- Pulmonalarterieller Bluthochdruck
- Adipositas
- Patienten über 70 Jahre
- Einnahme von Immunsuppressiva

Immunosuppressiva, welche das Risiko für einen schwereren COVID-19 Verlauf erhöhen,
sind:
- Rituximab, innerhalb des letzten Jahres
- Azathioprin
- Mycophenolatmofetil
- Mycophenolsäure
- Methotrexat
- Cyclosporin
- Cyclophosphamid
- Kortikosteroide (Prednis[ol]on > 10mg/Tag)


Immunosuppressiva sind sinnvoll um einer Verschlimmerung Ihrer blasenbildenden
Autoimmunerkrankung vorzubeugen. Wenn Sie diese Medikamente absetzen oder
reduzieren, könnte es zu einer deutlichen Verschlechterung Ihrer Erkrankung kommen.
Aktuell raten wir daher, die Medikamente in gleicher Dosierung weiter zu nehmen und
diese nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt abzusetzen oder zu reduzieren.


Wenn Sie Symptome wie Fieber oder anhaltenden Husten haben, müssen Sie sich ggf.
auf das Coronavirus testen lassen. Hierzu sollten Sie Ihren Arzt fragen. Die Regelungen für
die Testung auf das Coronavirus können sich im Laufe der Pandemie ändern und sind
regional unterschiedlich.

Wenn Sie an COVID-19 erkrankt sind, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt oder dem
behandelnden Dermatologen. In Abhängigkeit der Aktivität und Schwere Ihrer
blasenbildenden Autoimmunerkrankung, könnte es ratsam sein, die Einnahme der folgenden
Immunosuppressiva während Ihrer COVID-19 Erkrankung zu pausieren:


- Azathioprin
- Mycophenolatmofetil
- Mycophenolsäure
- Methotrexat
- Cyclosporin
- Cyclophosphamid
Zusätzlich könnte Ihre Kortikosteroid Dosis reduziert werden.


Die Entscheidung, ob und in welchem Maße die Einnahme Ihrer Immunsuppressiva
angepasst wird, ist abhängig von vielen Faktoren, inklusive der Schwere Ihrer
blasenbildenden Autoimmunerkrankung, Ihrer Krankengeschichte, zusätzlichen
Erkrankungen, Ihres Alters und der Schwere Ihrer COVID-19 Erkrankung.

Zurzeit gibt es keine allgemeinen Leitlinien, wie genau Ihre Immunsuppressiva
angepasst werden sollen. Diese Entscheidung muss in enger Kooperation zwischen Ihrem
behandelndem Arzt/ Dermatologen und dem zuständigen Arzt Ihrer COVID-19 Infektion
getroffen werden.

Folgende Medikamente zur Behandlung blasenbildender Autoimmunerkrankungen erhöhen
wahrscheinlich nicht das Infektionsrisiko oder das Risiko einen schwereren COVID-19
Krankheitsverlauf zu haben:

- Dapson
- Sulfapyridin
- Antibiotika (z.B. Doxycyclin, Tetrazyklin)
- Antihistaminika

Bis dahin, wenn nicht schon geschehen, raten wir Ihnen, Ihren Impfstatus zu überprüfen,
insbesondere hinsichtlich Influenza (Grippe) und Pneumokokken.


Bis heute wurde über keine spezifischen Hautveränderungen berichtet, die in Verbindung mit
COVID-19 steht. Unter einer COVID-19 Erkrankung wurde jedoch über Fälle von Purpura,
Erythema multiforme, Erythema nodosum, frostbeulenähnlichen Veränderungen,
Nesselsucht- und windpockenartigen Ausschlägen berichtet. Während in China nur bei ca.
5% der COVID-19 Patienten Hautveränderungen auftraten, waren es in Italien bis zu 20%
der schweren Fälle.


Unser Wissen zu COVID-19 ist weiter im Fluss. Schutzmaßnahmen und Behandlung
der Erkrankung müssen weiter an die neuesten Forschungsergebnisse angepasst
werden.

 

Zusammenfassung
Die EADV Arbeitsgruppe Blasenbildende Autoimmunerkrankungen empfiehlt Folgendes:

- Beachten Sie die Informationen und Empfehlungen des Robert-Koch Instituts und der
Landesbehörden, die Sie immer auf dem neuesten Stand bringen.

- Halten Sie sich an die allgemeinen Empfehlungen, die für jeden gültig sind (Einfache
Maßnahmen, s.o.)

- Setzen Sie NICHT eigenständig Ihre Medikamente ab und modifizieren Sie
NICHT deren Dosis: ein Rezidiv Ihrer Erkrankung könnte schwerwiegender
verlaufen als eine Infektion mit COVID-19.

- Im Falle einer COVID-19 Infektion sollte die Behandlung in engem Austausch
zwischen Ihrem Arzt / Dermatologen und dem Arzt, der die COVID-19-Infektion
behandelt, erfolgen.

Auch zum Download: EADV_Task-Force_COVID-19_09.04.20-Uebersetzung.pdf  ca. 110KB

 

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Termine

06.06.2020 in Köln mit einem Fachvortrag

28.03.2020 JHV in Lübeck mit Fachvortrag   ENTFÄLLT, neuer Termin ?

Mitgliedertreffen fanden mehrere in München statt. Zu dem Treffen am 20.10.2019 gilt unser besonderer Dank Prof. Sardy und für die Organisation, Rosa Ober.

Auch in Stuttgart fanden einige Treffen statt.

Mitglieder

Zum 10.03.2020 haben wir 260 eingetragene Mitglieder.


Finanzen:

  1. Durch die finanzielle Unterstützung in Höhe von 2000 € durch die GKV (Gemeinschaftsförderung Selbsthilfe auf Bundesebene) ist unsere ansonsten von Ehrenamtlichkeit geprägte Arbeit erst möglich.
    Dafür unseren herzlichen Dank.

  1. Der AOK Niedersachsen danken wir für ihre Bereitschaft uns bei Fachvorträgen zu unterstützen.

  2. Unsere Mitglieder sind ebenfalls mit Spenden dabei uns zu unterstützen. DANKE!

„Die bereitgestellten Mittel werden ausschließlich für gesundheitsbezogene Selbsthilfeaktionen in Deutschland verwendet“ Gern werden wir weitere Kontakte pflegen, um unseren Mitgliedern auch die Gewissheit geben, dass sie mit den Problemen ihrer Krankheit nicht allein gelassen werden.